Triumphale Altmärker

Stellung nach 10...b5. Zum Vergrößer: klick!

(sk) Stendal. Noch 28 Tage bis zum Stendaler Open. In unserer kleinen Serie betrachten wir heute das zweite Stendaler Open im Jahre 1998. Für die Altmärker war es das erfolgreichste Turnier überhaupt, platzierten sich doch mit Torsten Hansch und Steffen Kottke gleich zwei Spieler aus dem Norden Sachsen-Anhalts unter den ersten drei. Zusammen mit Thomas Bundrock (USC Magdeburg) kamen das Trio auf jeweils 5,5 Zähler. Letztlich hatte die Feinwertung das letzte Wort – Torsten Hansch wurde Erster, Thomas Bundrock Zweiter und Steffen Kottke Dritter. Eine Platzierung, die der Wahl-Schneverdinger bis heute nicht wieder erreicht hat (2010 schrammte er mit Rang vier knapp vorbei). 1998 war übrigens auch das Geburtsjahr der offenen Stendaler Blitzmeisterschaften, die immer am Anschluss an die 6. Runde ausgetragen wurden. Leider existieren über das erste Turnier keine Aufzeichnungen mehr, so dass ich nicht mehr nachvollziehen kann, wer gewonnen hat.
Nachfolgend eine schöne Gewinnpartie vom Turniersieger Torsten Hansch gegen seinen damaligen Vereinskameraden Gerd Wiesemann, der am Ende auf Rang sieben einkam.
Torsten Hansch – Gerd Wiesemann
2. Stendaler Open, 22. Mai 1998
Sizilianisch (Najdorf-Variante mit 6.Lg5)
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 Sbd7N 7.f4 Dc7 8.Df3 g6 9.0–0–0 Lg7 10.g4 b5 Siehe Diagramm 11.e5!! Sieht wie ein grobes Versehen aus, doch enthält dieser Zug versteckte taktische Nuancen. 11…Lb7 12.exf6 Sxf6 [Die Variante 12…Lxf3 13.fxg7 Tg8 14.Sxf3 Txg7 15.Lg2 e6 16.The1 dürfte Schwarz nicht wirklich entzückt haben. Der Anziehende hat zwar “nur”m drei Figuren für die Dame, doch die wiederum wirken harmonisch zusammen. Während Schwarz mit zahlreichen Felderschwächen und einem exponierten König beschäftig ist.] 13.Scxb5! Die Pointe des 11. Zuges e4-e5 13…axb5 14.Lxb5+ Kf8 Noch das beste. [14…Sd7 15.Sc6!; 14…Kd8 15.Lc6! beschert Weiß jedesmal starken Angriff.] 15.Lc6 Lxc6 16.Dxc6 Dxc6 17.Sxc6 Txa2 Die Materialgleichheit ist zwar wieder hergestellt, doch hat Weiß einen starken Endspieltrumpf in der Hand: Den Freibauern auf der b-Linie. 18.The1 h6 19.Lh4 g5 20.fxg5 hxg5 21.Lxg5 Ta1+ [21…Ta6!? 22.Sb4 Ta1+ 23.Kd2 Txh2+ 24.Kd3 Th3+ 25.Kc4 Ta5; 21…Txh2 22.Kb1+-] 22.Kd2 Txh2+ 23.Kd3 Txd1+ 24.Txd1 Ke8 25.Te1 e6 26.Lxf6 Lxf6 27.b4 Lh4 28.Te2 Th1 29.c4 Tg1 30.b5 Kd7 31.Te4 Tg3+ 32.Kc2 Lg5 33.Sd4 Kc7 34.Se2 Th3 35.Sd4 Kb6 36.Sb3 Tg3 37.Td4 Le7 38.Tf4 f6 39.Te4 e5 40.Sc1 Lf8 41.Sd3 Der Springer strebt nach d5 41…Ka5 42.Sc1 Lh6 43.Sa2 Lf4 44.Sc3 Txg4 45.Sd5 Tg2+ 46.Kb3 Ld2 47.Sxf6 Tg3+ 48.Kc2 Lb4 49.Sd5 Der Springer ist am Ziel. Aber ist die Partie zu gewinnen? 49…Ka4 50.Th4 Tg2+ 51.Kd3 Lc5 52.Sc3+ Kb3 53.Se4 Tg1 54.Th3 Tg4 55.Tf3 Txe4 Offenbar das Beste. Weiß drohte, mit dem Turm auf die 7. bzw. 8. Reihe einzudringen und im Zusammenspiel mit dem König einen seinen Bauerntrumpf auszuspielen. 56.Kxe4+ Kxc4 Weiß gewinnt die Qualität. 57.Tf1 Ld4 58.Tc1+ Kxb5 59.Kd5 Schwarz hätte sich mit seiner Majestät auf a8 verschanzen können, wonach Weiß (theoretisch) nicht mehr gewinnen kann. Faustregel in Endspielen mit Turm gegen Läufer: Der König der schwächeren Seite muss sich in die Ecke flüchten, die dem Läufer unzugänglich ist. 59…Lc5 60.Tb1+ Ka4 Die falsche Richtung. Aber Schwarz spielt wohl auf Gewinn. 61.Kc4 Ka3 62.Tb3+ Ka2 63.Td3 e4 64.Td2+ Kb1 65.Te2 e3 66.Kd3 Kc1 67.Th2 Kd1?? 68.Th1 matt.

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