Rolf Menk holte sich den Premierensieg

Stellung nach 18.Dg2

(sk) Stendal. Noch 32 Tage bis zum Stendaler Open 2011. Das beliebte Traditionsturnier erlebt in diesem Jahr seine 15. Auflage. In den kommenden Tagen und Wochen will „altmarkschach“ in loser Reihenfolge zurück blicken auf die vergangenen 14 Turniere. Dabei sollen nicht nur die Turniere an sich im Mittelpunkt stehen, sondern Außergewöhnliches, Spektakuläres und Kurioses. Nachdem das Stendaler Pokalturnier, das 1980 anlässlich des 75. Gründungstages der Stendaler Schachgesellschaft – des ersten Vereins in der Rolandstadt – ins Leben gerufen und 1989 mit der zehnten seine letzte Auflage erlebt hatte, dürsteten die Altmärker wieder nach einem Open. TuS Wahrburg – und hier insbesondere die Ahlers-Familie – galten dann auch als Vorreiter, als die ersten Planungen 1996 spruchreif wurden. Vom 8. bis 11. Mai gab es die Premiere, damals mit folgendem Rundenplan: Donnerstag eine, Freitag zwei, Sonnabend drei und Sonntag eine Partie. Der erste Sieger kam aus dem hohen Norden: Rolf Menk, damals vereinslos, dann beim SC Pinneberg aktiv, derzeit wieder vereinslos. Menk hatte 1997 eine DWZ von 2067. Zweiter wurde Ulf Schlanke (CO Magdeburg), Dritter Johannes Arnold (Bamberg), Vierter der einzige Titelträger, FM Michael Müller aus Dresden. In der folgenden Partie – gespielt in der letzten Runde – bestraft Menk die nachlässige Entwicklung seines Kontrahenten Till Wippermann. Der wiederum ist heute Internationaler Meister mit einer DWZ von 2382 und einer Elo-Zahl von 2420. Zum Zeitpunkt der Partie hatte er eine DWZ von 2015.
Till Wippermann – Rolf Menk
Stendal, 11. Mai 1997
Spanisch (Archangelsk- und Möller-Variante)
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 b5 6.Lb3 Lc5 7.Te1 d6 8.h3N Gebräuchlicher ist 8.c3 8…Sa5 9.d4 Sxb3 10.axb3 exd4 11.Sxd4 0–0 12.Sxb5?! [12.b4 Lb6 (12…Lxb4? 13.Sc6) 13.Sc3 Lb7 14.Lg5 und Weiß steht ein wenig besser] 12…Lxh3! 13.S5c3 [13.gxh3 axb5 sieht eher übel aus für den Anziehenden] 13…Sg4! 14.Tf1 [Nach 14.gxh3 kommt es knüppeldick: 14…Sxf2 15.De2 Dh4] 14…Sxf2 15.Txf2 Dh4! Schwarz lässt nicht locker 16.Df3 [Schwach ist 16.gxh3 Dxf2+ 17.Kh1 f5–+] 16…Lg4 17.g3 [17.Df4 bietet wohl noch Überlebenschancen, z.B. 17…f5 18.Le3 fxe4 19.Dxe4 Txf2 20.Dxa8+ Tf8 21.Dd5+ Kh8 22.Lxc5 De1+ 23.Kh2 Dh4+ 24.Kg1 De1+ und Schwarz muss sich mit Dauerschach begnügen.] 17…Dh5 18.Dg2? [Siehe Diagramm. Noch immer war 18.Df4 die bessere Alternative: 18…h6 19.Sd2 f5–+] 18…Lf3 19.g4 Was sonst? Damenzüge führen sofort zum Verlust, wie man sich leicht überzeugen kann 19…Lxg4 20.Sd2 Tae8 21.b4 Lxf2+ 22.Dxf2 f5 23.Dg2?? Ein Fehlgriff in schwieriger Stellung. Mehr Widerstand hätte 23.Dh2 geleistet: 23…Lh3 24.De2 Dg5+ 25.Kh1, obwohl Schwarz auch hier über Vorteil verfügt 23…fxe4 24.Scxe4 [24.Sdxe4 ist genau so schlecht: 24…Lf3 25.Dh2 Dg6+ 26.Dg3 Lxe4 27.Dxg6 Lxg6–+] 24…Lf3 25.Sxf3 Txe4 26.Kf2 Was sonst? 26…Tg4 27.Df1 Txf3+! Dieser Einschlag bringt die Entscheidung 28.Kxf3 Tg1+ 29.Kf2 Dh2+ 30.Ke1 Txf1+ [Fritz sieht hier ein Matt in acht: 30…Dh4+ 31.Ke2 Dc4+ 32.Ke3 Txf1 33.Ta5 Te1+ 34.Kf2 De2+ 35.Kg3 Tg1+ 36.Kh3 Df3+ 37.Kh4 Dg4#] 31.Kxf1 Dxc2 Der Rest geht locker von der Hand: 32.Le3 Dxb2 33.Txa6 Dxb4 34.Ta8+ Kf7 35.Ta7 Dc4+ 0–1

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